Vorschau
Ein Gebärdenspiel 2023
Ab 2023 sollen regelmäßig Filme produziert werden, die gehörlose Performer*innen zeigen, die literarische Texte gebärden. Die Ausgangstexte stammen aus der literarischen Welt der Gebärdensprache und der literarischen Welt der Schriftsprache.
PROJEKT
Ausgangstexte
Literarturproduktion (Visual Vernacular) in Gebärdensprache
Schriftsprachliche Literaturproduktion
Von der geschriebenen Literatur in die Gebärdensprache
Von der geschriebenen Literatur wird in die Poesie der Gebärdensprache (Visual Vernacular) übertragen.
Durch die interpretierende Übertragung von der Schrift- in die Gebärdensprache entsteht eine eigene Poesie.
Von der gebärdensprachlichen Poesie/Visual Vernacular in die Poesie der Schriftsprache
Von der gebärdensprachlichen Poesie in die Schrift Poesie wird diese Arbeit in enger Zusammenarbeit von Poetry Deaf Slammer*in und ÜbersetzerIn stattfinden. Hörende / Lesende kommen somit in den Genuss die „Welt der gebärdensprachlichen Poesie“ zu erfahren.
Das Ergebnis sind jeweils Filme und geschriebene Texte.
Gehörlose Welt Vom Text zum Gebärdenfilm.
Hörende/Lesende Welt Vom Gebärdenfilm zum Text.
In beiden Fällen ist beides zu sehen. Film und Text. Gebärde und Schriftform.
Warum dieses Projekt
Literarische Übersetzungen in „Zwei Richtungen“
Gehörlose Welt
Der gehörlose Poetry Deaf Slammer Rafael Grombelka beschreibt dies: Für gehörlose Menschen ist die Schriftform häufig eine Fremdsprache, so dass die Literatur den gehörlosen Menschen teilweise verborgen bleibt.
Ein Aufbruch soll stattfinden. Und dies an den Orten, an denen das geschriebene Wort der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird und an denen Kultur verbal zu Wort kommt.
Gehörlose Menschen gehen selten in Bibliotheken und Theater. Dort wird Ihnen kaum ein regelmässiges Angebot gemacht. Die Möglichkeit, dass diese Community sich diesen Orten nähert, kann durch Gebärdenfilme stattfinden.
Hörende/Lesende Welt
Für nicht gebärdende Menschen bleibt die Poesie der Gebärdensprache verborgen.
So, wie SchriftstellerInnen ihren eigenen Stil haben, haben auch Poetry Deaf SlammerInnen ihren eigenen Stil. Bei diesem Kunst-Projekt wird ihre Ausdrucksform für die Lesenden übersetzt, um die Poesie der Gebärdensprache zu entdecken.
Die Einzelaspekte
1. Künstlerischer Grundgedanke
Gehörlose Welt
Das Entdecken und die Herausforderung neuer Formen, Wörtern und Bewegungen in seiner der eigenen Sprache, nämlich der Gebärdensprache. Die Gebärdensprache wird als künstlerische Poesie und darstellende Kunst / Tanz erfasst.
Hörende/Lesende Welt
Neugier auf etwas wecken, das vielleicht schon einmal beobachtet und erkannt, aber nicht verstanden wurde, da die Sprache nicht beherrscht wird.
2. Künstlerische Ansicht
Gehörlose Welt – Hörende/Lesende Welt
Die Gebärdensprache hat eine eigene Poesie. Eine ästhetische Ausdruckskraft, die in einer Bewegung, einer Dynamik des Körpers dargestellt wird. Eine Bewegung, die konkret etwas sagt und dies, identisch mit der Literatur, vielfältig und unterschiedlich wiedergeben kann.
3. Pädagogischer Gedanke für Gehörlose
Es wäre fantastisch, wenn 80.000 gehörlose Menschen in öffentliche Bibliotheken gehen und über Theater Filme in Gebärdensprache zu sehen bekommen.
Das Lesen ist für die gehörlosen Menschen eine Fremdsprache. Wie schön wäre es, gehörlose Menschen in Bibliotheken und Theatern mit ihrer Sprache teilhaben zu lassen und die Gebärdensprache mit der heutigen Filmtechnik sichtbar zu machen, gleichzeitig eine mögliche Hemmnis/Barriere zu überwinden, den Bibliotheksraum und das Theater zu betreten, um eine weitere Welt zu entdecken.
4. Pädagogischer Gedanke für Hörende
Das Sehen der eigenen Sprache in Räumen, in denen dies keine Normalität darstellt.
Das Sehen einer anderen Sprache.
Das Interesse wecken, sich mit Gebärdensprache und/oder der geschriebenen Literatur auseinanderzusetzen.
Gehörlosen und hörenden Menschen eine erste Barriere nehme, um Kommunikationswege zu ermöglichen.
Ein Gebärdenspiel / Bibliotheken / Theater
Die Literatur, in Gebärdensprache übersetzt, wird über Monitore in Bibliotheken und mit Hilfe von Projektoren im Aussenbereich der Theater sichtbar. Die gebärdete Literatur kann in den Bibliotheken und Theatern „nachgelesen“ werden.
Das Team
In Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Kai Fobbe, dem gehörlosen Poetry-Deaf-Slammer Rafael-Evitan Grombelka und seinem Team wurden bereits verschiedenste Texte in Gebärdensprache übersetzt. Diese Kooperation wird fortgeführt und somit werden gehörlose und hörende Menschen gemeinsam dieses Format gestalten.
LINK: Film Beispiele über das Filmportal Vimeo
Rafael-Evitan Grombelka; Übersetzer der Nachrichten auf Phoenix. (Poetry Slammer und Geschäftsführer von Skarabee Gebärdendolmetschen)
Kai Fobbe ist ein deutscher Kunstfilmer, der seit 2010 immer wieder Gebärdensprache in seinen Filmen als Verständigungssprache benutzt. Seine Filme werden im öffentlichen Raum und mit Hilfe der Augmented Reality auf den Smartphones präsentiert.
Start
Ab Anfang 2023 (bzw. wenn die Förderanträge dies zulassen), wird in einem Zeitraum von 12 Monaten Literatur in Gebärdensprache dargestellt und in Textform zu lesen sein. Insgesamt 12 verschiedene Filme werden produziert.
Umsetzung
Je nach Möglichkeit der Häuser werden Gebärdenfilme und Literatur in Zusammenarbeit mit Stadtbibliotheken, Büchereien und Theatern sichtbar. Vom Poetry Deaf Slam zu Kinder- bis Erwachsenenliteratur und dies von „A bis Z“.
Folgende Bibliotheken und Theater in NRW wurden angesprochen:
Alle Bibliotheken und Theater aus dem Raum Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Alle Bibliotheken und Theater aus dem Raum der Regionalen Kulturpolitik Bergisches Land
Alle Bibliotheken Theater in Köln
Stand der Ausstellungsorte Fr. 18.Nov.2022
Bad Salzuflen – Bibliothek
Bielefeld – Bibliothek
Bochum – Bibliothek
Borken – Bibliothek
Coesfeld – Bibliothek
Detmold – Bibliothek
Hagen – Bibliothek
Haltern – Bibliothek
Herne – Bibliothek / Volkshochschule
Lüdinghausen – Bibliothek
Menden – Bibliothek
Minden – Bibliothek
Schwerte – Bibliothek / Kulturzentrum
Warendorf – Bibliothek
Witten – Bibliothek
Wuppertal – Opernhaus / KulturCafé du Congo
Bergisch Gladbach – Bibliothek
Erkrath – Bibliothek
Monheim am Rhein – Bibliothek
Köln – Theater am Offenbachplatz / Kulturzentrum Kulturbunker / Kulturzentrum Alte Feuerwache / Bürgerzentrum Zug um Zug / Quäker Nachbarschaftsheim
Köln – Buchhandlung Klaus Bittner